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"Träume verwirklichen" 

Meine Vita - Bewerbung bei der Textmanufaktur 2015 mit Ergänzung bis heute

Als Autorin und Producerin habe ich ca. 70 DIY-Bücher gemacht: der Verlag gab den Titel vor, meine Aufgabe bestand darin, das Konzept zu entwickeln, die Objekte zu entwerfen, Organisation der Umsetzung, Fotostylings und Fotografen, das Layout zu entwickeln, die Texte zu schreiben, die Muster zu zeichnen und schließlich alles bis zur Druckvorstufe fertigzustellen. Dieses umfangreiche und bunt schillernde Spektrum an Arbeitsschritten ging ich immer mit größter Begeisterung an. 

 

Wie ich dazu kam?

 

Der Traum einer Zehnjährigen: Ich möchte einmal eigene Bücher und Zeitschriften machen, die selbst genähte und gestrickte Kleidungsstücke, Dekorationen für Zuhause, gebastelte Geschenke und Spielsachen zeigen. Alle haben immer wissend gelacht, denn „daraus wird nichts, wie denn?“ Ich habe lange an die „Wissenden“ geglaubt.

 

Als Mädchen vom Lande, aufgewachsen drei Kilometer neben dem Grenzzaun zur ehemaligen DDR, hatte ich immer den Blick in Richtung Stadt, insgeheim sogar in Richtung Großstadt gerichtet. Die Blickrichtung ergab sich zwangsläufig, im Rücken den Stacheldrahtzaun mit furchteinflößende Grenzpatrouillen mit MG im Anschlag und direkt vor mir die düsteren Orte des Frankenwaldes mit den dunkelgrauen schiefergedeckten oder manchmal auch vollständig schieferverkleideten Häusern. Um eine Aussicht in die Ferne zu bekommen, musste ich mich strecken und groß machen und den Blick über die dunklen, mit Fichten und Tannen bewaldeten Hügelketten in Richtung Süden, Stadt, Großstadt anheben. 

 

So eng und grau wie die Häuser und Orte auf mich wirkten, so eng und schwarz-weiß mit wenigen Grauschattierungen erschienen mir die Ansichten und Einstellungen der Einwohner. Ich kam selten aus dem kleinen Ort meiner Kindheit heraus, denn wir bewegten uns nur zwischen dem Elternhaus, den Bauernhöfen der Großeltern und Häusern diverser Verwandter, alle weniger als fünfundzwanzig Kilometer entfernt. Aber immer hatte ich das Gefühl, dass es noch etwas anderes geben müsste, das positiver, fröhlicher und interessanter war, das Raum ließ für Ideen und Träume.

 

Die Bestätigung für diese Ahnung, die große weite Welt, drängte sich in Form der Zeitschrift Constanze, der heutigen Brigitte in meine kleine Welt. Die Mutter einer Schulfreundin hatte sie abonniert, ich kam in den Genuss, es nach ihr zu lesen. Ich konnte es kaum erwarten, Monat für  Monat etwas über die Modetrends zu erfahren, die doch erheblich von der Mode im Quellekatalog abwich, der ein fester Bestandteil unseres Haushaltes war. Auch die Häuser und Wohnungen zu sehen, wie andere Menschen außerhalb meines Erfahrungsraumes lebten, dass sie im Urlaub in das Ausland fuhren, das war für mich die Offenbarung schlechthin. 

 

Der Umstand oder besser beschrieben, der Zustand, dass in unserem Haushalt das ganze Einkommen in das eigene Haus, daher wenig Geld für Kleidung, geschweige denn für Mode zur Verfügung stand, ist aus heutiger Sicht ein großes Glück für meine Entwicklung gewesen. Für mich damals aber bedeutete es eine erhebliche Einschränkung. Ein Glück war es deshalb, weil meine Mutter für meine Schwester, sich selbst und mich jedes Kleidungstück selbst nähte. Vorlagen waren die Modereportagen der Constanze, die Schnitte kopierten wir aus der Burda und änderten sie entsprechend ab. Stoffe wurden als Restware in den Textilwebereien vor Ort gekauft, denn dieser Industriezweig war damals noch ein beherrschender Wirtschaftsfaktor in Oberfranken. 

 

Während meine Mutter für uns Kinder und sie selbst Kleider im Partnerlook schneiderte, habe ich schon im Alter von ungefähr fünf Jahren meine Puppen mit ähnlichen Looks beglückt. Meine Mutter war froh, dass sie in Ruhe schneidern konnte und ich war glücklich, dass ich die wichtige Aufgabe übernehmen durfte, meine Puppen ebenfalls modisch einzukleiden. Begleitmusik war immer die unerträgliche Lautstärke der Nähmaschine, die aber von uns allen in Kauf genommen wurde, schließlich konnten wir mit ihr alles verwirklichen, was wir uns modisch erträumten. 

 

Mein Vater hatte in langer Tüftelarbeit eine damals schon in die Jahre gekommenen Pfaff 560 mit Tretantrieb zur elektrisch betriebenen Nähmaschine mit einem Motor einer alten Wäscheschleuder aufgerüstet. Der Schleudermotor erzeugte beim Nähen einen ungeheueren Lärm, die Geschwindigkeit des Nähens ließ sich nur mit extremen Feingefühl steuern.  Aber, so ging das Nähen und Sticken schneller und kraftvoller, wir fühlten uns dabei trotz des ohrenbetäubenden Lärms gut. War am Abend Ruhe eingekehrt und die Nähmaschine weggesperrt, dann saß meine Mutter strickend auf dem Sofa. Jetzt wurden die Outfits mit den passenden Jacken, Pullover, Mützen, Strümpfen und Schals perfekt ergänzt. So waren wir immer wie aus dem Ei gepellt, hatten einen „stilsicheren modischen Auftritt“, waren glücklich als Trio und stolz wie Modeprinzessinnen. Ich hatte nie das Gefühl, das es etwas gäbe, was wir nicht selbst machen könnten.

 

Was meine Mutter nicht mit Nähen, Stricken und Basteln hinbekam, setzte mein Vater mit viel handwerklichem Geschick um, wobei bei ihm der Sinn für Schönheit nicht wirklich ausgeprägt war. Hauptsache, ordentlich und solide bei mehr als lebenslanger Haltbarkeit, das war seine Devise. In Ermangelung eines Sohnes, den er unterweisen konnte, hatte ich das Glück, als ältere Tochter zum Sägen, Bohren, Tapezieren, Teppich verlegen, Wände streichen und vielem mehr als Handlanger akzeptiert zu werden. So fand in unserer Familie Emanzipation statt, ohne dass wir davon wussten.  

 

Wir wohnten im eigenen Haus mit Garten, ein besonderes Highlight war eine mit Alufolien verkleidete Kellerbar und selbst gebaute, massive und absolut umfallsichere Barhockern. Die Terrasse war bestückt mit damals uns noch unbekannten Loungesesseln,  aus alten Autositzen von meinem Vater umgebaut und bunt bezogen mit dem Nähtalent meiner Mutter. Ich hatte immer das zufriedenstellende Gefühl, fast alles zu haben, was ich mir wünschte. Allmählich keimte in mir der Gedanke, das ich den Rest der bis dahin unerfüllten Wünsche auch noch schaffen könnte, mein Blick richtete sich immer wieder in die Ferne.

 

Ich wollte mehr, wollte dahin oder wenigstens in die Richtung, die mir aus der Constanze immer entgegenwinkte und -rief. Dass ich meinen Traum wirklich einmal umsetzen könnte oder überhaupt die Chance dazu kommen könnte, lag anfänglich nicht im Sichtfeld meines Lebens, es war so weit weg, an eine Umsetzung kaum zu denken, denn in dieser Richtung hatte ich keinerlei Unterstützung zu erwarten, denn selbst die „Wissenden“ meiner damaligen Welt lächelten immer nur darüber. So oft, dass ich mich nicht mehr traute, darüber zu sprechen, nur noch zu träumen.

 

Für meine Eltern kam der Besuch des Gymnasiums für mich überhaupt nicht in Betracht, denn das war etwas für Reiche. Deshalb meldete ich mich in der vierten Klasse selbst für das Gymnasium an. Meine Lehrerin überzeugte wortreich meine Eltern, dass das genau das Richtige für mich sei. Ich genoss es, ins Gymnasium gehen zu dürfen, durfte mit dem Zug jeden Tag zur Schule fahren – für mich war es etwas Besonderes, jeden Tag acht Kilometer weit weg aus dem Dorf in die nächstgrößere Stadt. Der erste Schritt in Richtung der großen Welt war getan! Als die Pubertät in die Nähe rückte, änderte sich mein bisheriges angepasstes und freundliches Verhalten und es wurde zum zeitweiligen Albtraum für alle Beteiligten. Denn ich rebellierte, gegen alles und jeden, was in meinem Begriffsfeld unter spießig fiel. Und eigentlich war alles spießig, sehr zum Missfallen und absolutem Unverständnis meiner Eltern. Sie genauso wie ich, wir verstanden unsere Welt nicht mehr.

 

Mode war nach wie vor mein Thema, aber ab sofort erzeugten die schönen, selbst genähten und bestickten Kleidchen und Röckchen einen kaum überbrückbaren, innerlichen Widerstand. Hautenge Levis und Parkas, Clogs oder Boots, alles möglichst auf abgewetzt und ausgetreten getrimmt waren jetzt das absolute Muss. Immer mit dem Peace-Zeichen bemalt, versteht sich. Ein Problem, das sich nun auftat,  Jeans konnte man nicht nähen, die musste man kaufen! Auch Parkas und Clogs fielen in diese Kategorie, selbst gemacht wurden allenfalls die Accessoires wie Dreieckstücher mit Fransen, Patchworkpullis und lange Schals. Meine Mutter war entsetzt, wenn ich Zipfelröcke mit Fransen oder aus alten Vorhängen meiner Großmutter Westen nähte. Und nicht zu vergessen, die Aufschläge und das Einsetzen karierter und geblümter Stoffkeile, damit aus einer bis zum Knie hautengen Jeans trendige Jeans mit Schlag wurden. Damit wurde ich bei meinen Freundinnen begehrt, denn, gegen Bezahlung, versteht sich, habe ich bei ihren Jeans Keileinsätze und Aufschläge eingenäht. Damit finanzierte ich meine eigenen Jeans – ein Glück, dass ich nähen und die Höllenmaschine bedienen konnte. 

 

Um mit den anderen mithalten zu können, jobbte ich als Babysitter, in den Ferien übernahm ich eintönige und langweilige Fließbandarbeit. Mein minimalistisches Taschengeld reichte nie, denn Zuhause fehlte das Verständnis und das nötige Kleingeld dafür, dass ein Teenager außerhalb des Hauses Geld benötigen würde. Leider hatten meine diversen Jobengagements und meine „Hippierevolte“ den Nachteil, dass meine Leistungen in der Schule erheblich abfielen, dass ich in der 11. Klasse eine Ehrenrunde drehen musste – als Ehre hat das allerdings in meiner Familie niemand angesehen. Da das Unverständnis Zuhause immer größer und unüberbrückbarer wurde, wollte ich so schnell wie möglich nach dem Abitur etwas studieren, mit dem ich schnell fertig wurde und selbst verdientes Geld greifbar wurde. Eine ältere Bekannte überzeugte mich von dem Beruf des Fachlehrers für Kunst und Werken, drei Jahre, und du bist fertig und kannst unterrichten. Das söhnte meine Eltern mit mir aus, denn Beamtin, das wäre schon was, vor allem bei den geburtsstarken Jahrgängen der damaligen Zeit und den geringen Jobangeboten.

 

Das schnelle Geldverdienen und die Sicherheit als Beamter war sicher ausschlaggebend, dass ich diese Ausbildung machte. Es ist mir heute noch ein Rätsel, warum mein häufig überbordender Mut und die Zuversicht, alles zu schaffen was ich mir vorstellte, mir damals abhanden gekommen waren. Es war wohl mehr ein Friedensangebot an meine Eltern, die plötzlich einen Anflug von Stolz zeigten wegen meiner Berufswahl. Zeitschriften oder Bücher zu machen, das Ziel hatte ich aufgegeben, schließlich war das etwas, dass man als Mädchen vom Lande nicht erreichen könnte, wie denn auch? 

 

Nach der Lehrerausbildung, in die natürlich gerade in Kunst und Werken auch meine Interessen und mein textiles Können mit einflossen, stürzte ich mich in meine erste Stelle an einer Realschule – und erfuhr eine herbe Enttäuschung. Demotivierte Schüler, die sich in diesen Fächern von nichts, nicht einmal von mir begeistern ließen, denn es waren keine Vorrückungsfächer. Kollegen, die geringschätzig auf meine Fächer herabschauten und dieses auch lautstark äußerten – nach 4 Jahren hatte ich die Nase voll. Ich hatte das Gefühl, jeden Tag etwas mehr von mir aufzugeben, und plötzlich erwachte mein ursprünglicher Berufswunsch und damit erneut meine Zuversicht. Mein Leben lang diesen Beruf auszuüben – das erschien mir wie eine Horrorvision! Nun war ich zwar verheiratet und hatte gerade mein zweites Kind bekommen, aber trotz allem entwickelte ich meinen früheren Wunsch als eine neue Perspektive, in der allerdings mein Mann, ein Lehrer, immer weniger Raum einnahm. Am Ende dieser Phase trennten wir uns.

 

Nun stellte ich meine Weichen auf Neustart und ging es ganz gezielt an, Mode- und Grafikdesign in München zu studieren. Nicht nur, dass ich nun in der Großstadt München angekommen war, ich hatte ein klares Ziel vor Augen. Ich plante, nach dem Studium zum Kreativressort einer Frauenzeitschrift zu gehen und mich nach einigen Jahren selbstständig zu machen. 

 

Diese Entscheidung war wie ein Befreiungsschlag in meinem persönlichem Krieg, und allen, die mich mit Bedenken und den zu erwartetenden Nachteilen eines unsicheren Berufsfeldes im Modebereich zuschütteten, stand ich in meinen Augen zielorientiert, aufrecht und unverrückbar, in ihren Augen als stur und beratungsresistent gegenüber. Nachdem die erste, große Hürde der Aufnahmeprüfung geschafft war, gab es für mich keinen Zweifel mehr. Drei Jahre Mode und Design, der Rest würde kommen. Es war eine harte, aber wunderbare Zeit, die Tiefpunkte, die ich durch die Parallelitäten der Ausbildung, Kinder, Scheidung und wenig Geld immer wieder erlebte, hatte mein neuer Partner und späterer Mann unterstützend abgefedert. 

 

Nach drei erfolgreichen Jahren des Studiums fand ich auch sofort, wie sollte es anders sein, im Kreativressort der Zeitschrift „freundin“ in München meinen Arbeitsplatz. Ich war glücklich, denn alles lief nach Plan, so, wie es mir logisch erschien. Nun konnte ich Mode und Wohndekoration entwerfen, oft griff ich auch selbst zur Nadel und schrieb die Texte dazu. Die internationalen Trends, die wir zum Selbermachen „übersetzten“, wurde Monat für Monat im Heft abgebildet. Alles, was ich mir als kleines Mädchen erträumte, war nun erlebte Wirklichkeit geworden. 

 

Natürlich, der Redaktionsalltag war gespickt mit Geschehnissen, die nichts mit der Arbeit an sich zu tun hatten. Zickenkriege und Beförderungsgerangel, alles was in der Zusammenarbeit in einer Redaktion ablaufen kann. Der Film „Der Teufel trägt Prada“ ist ein realistischer Bericht über den Alltag einer Moderedaktion, auch wenn wir „nur“ für die freundin gearbeitet haben. Aber für mich waren das nie so schlimm, dass es mir die Freude nahm und den Spaß und den Stolz auf meinen Beruf verdarb. 

 

Nach vier Jahren, in denen ich alles, was sich mir bot, wie ein Schwamm aufsog, viele Kontakte zu Fotografen und Stylisten bekam, beschloss ich, dass nun der Zeitpunkt meiner Selbständigkeit gekommen sei und kündigte meine Stelle. Ich wusste, dass ich als freie Mitarbeiterin weiterarbeiten konnte und das gab mir Sicherheit. Außerdem war ich schwanger und wollte bis zum Zeitpunkt der Geburt Zuhause einen fest etablierten Arbeitsplatz als Freuberuflerin haben. 

 

Das liegt nun gut 20 Jahre zurück, und ich habe alles verwirklicht, was ich mir als Kind erträumt habe. Leider ist mein Mann 2007 Jahren gestorben. Seitdem habe ich mit meiner Selbstständigkeit meine Familie ernährt, die Ausbildung der Kinder finanziert, unser Haus bezahlt und ein für mich als Kind zwar erträumtes, aber damals unvorstellbares Leben geführt. Ich habe ca. 70 „Sachbücher“ geschrieben, für Zeitschriften gearbeitet und entwerfe seit einigen Jahren auch Modelle für Stoff- und Wollhersteller. 

 

Vor kurzem traf ich einen früheren Verlagskunden, mit dem ich viele Bücher zusammen entwickelt habe, und er fragte mich, ob ich immer noch „so ein bunter Hund“ sei. „Klar, durch meine Buntheit bin ich für Vieles offen, das ist für mich eine ständige Herausforderung“, war meine spontane Antwort. Ich war damals selbst darüber überrascht, aber im Nachhinein wurde mir klar, dass es genau das war und ist. „Wann schreiben Sie dann ihr erstes richtiges Buch?“ war seine nächste Frage, und seitdem gärt die Verwirklichung meiner genauso spontanen Antwort „Das ist gedanklich in Planung, Themen dafür habe ich genug, nur die Zeit fehlt noch dazu“. 

 

Nach dieser Äußerung verschlug es mir erst einmal die Sprache, „was hast du nun wieder gesagt, das ist doch Blödsinn“, war mein Gedanke. Aber tatsächlich war es das nicht, ich hatte schon öfter diesen Gedanken, aber habe mich bin nie auch nur in die Nähe dieser Äußerung gewagt.  “Ich ein Buch schreiben, dass ist wie das Outcoming eines Homosexuellen, schließlich gibt man sich selbst absolut preis. Vielleicht bin ich zu banal, zu schwülstig, zu – was auch immer – aber ich würde es schon gerne einmal probieren.“

 

Scheinbar war ich nun in einem Alter angekommen, wo ich mit dem Outcoming umgehen kann oder hoffe es zu können, schlimmstenfalls erhalte ich eine Ablehnung und würde meine schriftlichen Ergüsse niemals einem Verlag anbieten. Oder ich schreibe sie zu Groschen- oder Heimatromanen um, falls es die überhaupt noch gibt. Zweifel, ob das was ich schreiben würde, jemand interessiert oder versteht, sind riesig. 

 

Daher kam es mir wie auf dem Präsentierteller überreicht, als ich vor kurzem die Danksagung in einem Buch las und die Textmanufaktur als „Ausbildung “ erwähnt wurde. Das ist der Wink des Schicksals, war mein erster Gedanke. 

 

Zurückblickend gab es immer wieder Angebote in meinem Leben, die mir wie auf dem Präsentierteller überreicht wurden, und ich hatte das Gefühl, das könnte auch eines dieser Angebote sein, einen weiteren Lebenstraum umzusetzen – und griff es auf. 

 

Nachsatz ab 2015

Bis 2015 war mein Arbeitspensum mit Büchern und der Marketingagentur, sowie den Modellentwicklungen für Hersteller so enorm, dass ich mich aus gesundheitlichen Gründen von einem Bereich trennen musste. Da gerade die Anforderungen an die Bücher immer anspruchsvoller, gleichzeitig aber auch immer schlechter bezahlt wurden, entschloss ich mich, nach gut 20 Jahren damit aufzuhören. Der Entschluss war schwer, die erste Zeit „ohne“ verlief noch dazu parallel mit dem Studienbeginn meiner jüngsten Tochter in Amsterdam.  Beides fiel mir unglaublich schwer, loszulassen. Die natürliche Entwicklung meines Kindes, selbstständig zu werden und in die Welt zu gehen, war jedoch genauso folgerichtig  wie das Loslösen meines früheren Traums als DIY-Autorin und Producerin. Ich habe den Traum in allen mir möglichen Facetten ausgelebt, so konnte ich ihn loslassen – um Platz zu machen, einen weiteren Traum, Romane zu schreiben, umzusetzen. Das Fernstudium und das Schreiben selbst waren eine Herausforderung, die ich zeitlich gut steuern konnte, neben meiner Arbeit in der Agentur. 

Beim Schreiben des Romans konnte ich entspannt eintauchen in eine andere Welt, es faszinierte mich, mit meinen Romanfiguren zu leben, ihnen über die Schulter und mit ihren Augen in ihre Welt zu schauen. 

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